Transformation lässt sich nicht mehr als Projekt mit Anfang und Ende planen. Davon ist LYNQTECH-CEO Björn Waide überzeugt – und leitet daraus klare Anforderungen an Führung ab.
Lange wurde Veränderung in Unternehmen behandelt wie eine Operation am offenen Herzen: Vorbereitung, Eingriff, Erholungsphase, danach sollte wieder Normalität einkehren. „Wer heute auf diese Rückkehr wartet, hat das Tempo von Technologie und Markt nicht verstanden“, sagt Waide. Veränderung sei kein Ausnahmezustand mehr, sondern der Normalfall.
Darin sieht er weniger eine Belastung als eine Chance. Dem Klimawandel als epochaler Herausforderung stünden mit Digitalisierung und künstlicher Intelligenz ebenso epochale Werkzeuge gegenüber. Entscheidend sei jedoch, dass Technologie kein Selbstzweck bleibt: Sie müsse Probleme lösen und den Menschen dienen – ob bei der Energiewende, die ohne digitale Steuerung rechnerisch nicht aufgeht, oder in einer Führung, die Unsicherheit aushalten muss.
Führung bedeutet für Waide heute vor allem dreierlei:
- einen Rahmen schaffen, in dem Teams sicher scheitern und schnell lernen können,
- den Mut haben, auch ohne vollständige Datenlage zu entscheiden,
- die Menschen in den Mittelpunkt stellen, während die Technik im Hintergrund Komplexität abbaut.
„Wer nicht bereit ist, zwischendurch falsch abzubiegen, wird das Ziel nie erreichen“, so Waide.