5,9 Prozent: Warum der Smart-Meter-Rollout an Prozessen scheitert

Cover des Podcasts „Energie im Wandel“ mit Moderator Dr. Claus Hartmann

Zum 30. Juni 2026 hatten laut Bundesnetzagentur erst 5,9 Prozent aller rund 54 Millionen Messlokationen in Deutschland ein intelligentes Messsystem. Im Podcast „Energie im Wandel“ erläutert LYNQTECH-CEO Björn Waide gegenüber Gastgeber Claus Hartmann, warum das weder an der Hardware noch an fehlenden Fachkräften liegt – sondern an Prozessen, die seit 20 Jahren kaum modernisiert wurden.

Hartmann eröffnete das Gespräch mit der These, die Energiewende werde nicht in den Heizungskellern entschieden, sondern im Rechenzentrum. Waide teilt diese Sicht. Nach knapp einem Jahr bei LYNQTECH und seinem Wechsel aus dem Steuer- und Start-up-Umfeld habe ihn vor allem eines überrascht: „Die eigentliche Baustelle der Energiewende ist nicht die Infrastruktur. Es ist die Software.“

Drei Beobachtungen standen im Mittelpunkt des Gesprächs:

  1. Smart Metering scheitert an E-Mails, nicht an Zählern. Bei grundzuständigen Messstellenbetreibern ist E-Mail oft noch der Standardkanal. LYNQTECH hat deshalb SmartMeter Now gestartet – als Produkt und als Initiative für eine Woche Reaktionszeit und mehr Transparenz zwischen Angebot und Nachfrage.
  2. Stadtwerke binden Kapazität am falschen Ende. Jede halbjährliche Änderung der Marktkommunikation kostet Zeit, die bei der Innovation am Kundenfrontend fehlt. Wer sich differenzieren will, sollte Standardaufgaben auslagern und eigene Leute an die Schnittstelle zu den Kund:innen setzen.
  3. Der nächste Endkunde ist ein KI-Agent. Er prüft automatisiert, wo der beste Tarif liegt. Schnittstellen müssen darauf ausgelegt sein.

Besonders wichtig war Waide das Thema digitale Souveränität: „Souveränität ist nicht Nationalismus. Es geht nicht um ‚Made in Germany‘ um jeden Preis, sondern um die Fähigkeit, im Zweifel den Anbieter wechseln zu können.“

Zur Podcast-Folge: „Energiewende ist Software: Warum Stadtwerke mit digitaler Exzellenz ihre Zukunft sichern“

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