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Margen für Gas- und Strompreise im Griff – auch in schwierigen Zeiten

Logo_LYNQTECHLYNQTECH News Redaktion
22.03.2022 - Lesedauer: 6 Minuten

Die Energiepreise steigen unaufhörlich, und neben den Kosten für Strom und Treibstoffe rücken zunehmend auch die Gaspreise in den Fokus. Im vergangenen Jahr verteuerte sich für Endverbraucher:innen Gas laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle durchschnittlich um 47 Prozent, und das Ende der Fahnenstange scheint mit Blick auf die angespannte geopolitische Lage in Europa lange noch nicht erreicht zu sein.

Mandy Schwerendt, Geschäftsführerin von LYNQTECH, dem Cloud-Plattform-Anbieter für Energieversorger, empfiehlt schnelles Handeln: „Stadtwerke sollten auf vertrauensvolle Kommunikation und individuelle Preisgestaltung setzen. Schon jetzt können dank eines intelligenten Preis-Managements wettbewerbsfähige Gaspreise angeboten werden, was Stadtwerken wie Endkunden finanziell in gleichem Maß zugutekommt.“

Software für Stadtwerke
Mandy Schwerendt, Geschäftsführerin LYNQTECH

„Historisch einmalige Preisentwicklung“

An den Börsen werden künftige Entwicklungen grundsätzlich vorweggenommen, und die Berg- und Talfahrt der Kurse gestaltet sich aktuell bewegt wie selten zuvor – Beschaffungspreise für fossile Energieträger erreichen vormals ungekannte Höhen.

Für den Gaspreis ist eine Entwicklung vorhersehbar, die ähnlich verlaufen könnte wie es beim Strompreis bereits im vergangenen Jahr der Fall war: Es gilt als sicher, dass diverse Anbieter aufgrund der vorgenannten Entwicklung gezwungen sein werden, die Belieferung einzustellen und Insolvenz anzumelden – in bereits an Kund:innen versendeten Kündigungsschreiben ist von einer „historisch einmaligen Entwicklung Preisentwicklung am Erdgasmarkt“ die Rede. Empfänger:innen der Schreiben droht dabei besonderes Ungemach in Form einer kalten Wohnung, wenn der für sie zuständige Grundversorger in bewegten Zeiten unter Hinweis auf Paragraf 36 des Energiewirtschaftsgesetzes „die Grund- und Ersatzversorgung wegen wirtschaftlicher Unzumutbarkeit“ ablehnt.

Heizkostenzuschuss und Wegfall der EEG-Umlage

Menschen mit geringem Einkommen treffen die stetig steigenden Energiekosten besonders hart – die deutsche Bundesregierung plant daher einen einmaligen Heizkostenzuschuss, der voraussichtlich im Sommer 2022 ausgezahlt werden soll. Profitieren werden schätzungsweise 2,1 Millionen Bürger:innen, darunter etwa 1,6 Millionen Wohngeldempfänger:innen in 710.000 Haushalten. Weiterhin sollen den Zuschuss rund 370.000 BAföG-Empfänger:innen sowie ca. 65.000 Auszubildende mit Berufsausbildungsbeihilfe oder Ausbildungsgeld erhalten, sofern sie nicht mehr bei den Eltern wohnen. Außerdem bedacht werden rund 75.000 Aufstiegsgeförderte mit Unterhaltszuschuss. Der Heizkostenzuschuss wird nicht auf andere Sozialleistungen angerechnet.

Am 23. Februar 2022 haben sich die Regierungsparteien angesichts stark steigender Strompreise darauf verständigt, dass für Verbraucher:innen und Wirtschaft die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zum 1. Juli 2022 entfallen wird. Die Koalition verbindet damit die Erwartung, dass EVU die sich aus dem Beschluss ergebende Entlastung in vollem Umfang an Endverbraucher:innen weitergeben werden. Darüber hinaus sollen die Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet werden, die EEG-Umlage angesichts veränderter Rahmenbedingungen unterjährig neu zu berechnen.

Attacke auf Discount-Anbieter

Bei der Bundesnetzagentur haben im Jahr 2021 mehr als 40 Energielieferanten die Beendigung der Belieferung angezeigt. Die Gründe sind zum Teil auch technischer Natur: Bedingt durch die enorme Schwankungsbreite der Kurse ist zur Vermeidung negativer Effekte maximale Flexibilität gefordert, doch in vielen EVU werden Produkte und Preise über vergleichsweise lange Zeiträume hinweg entwickelt und passen zum gewünschten Zeitpunkt schlichtweg nicht mehr zur dann vorherrschenden Marktsituation.

Mit LYNQTECH können Energieversorger unmittelbar auf Preisänderungen an den Handelsplätzen reagieren und ihr Portfolio jeden Tag derart optimieren, dass ihre Angebote auf jeden Fall wirtschaftlich sind!“, stellt Mandy Schwerendt heraus.  „Etablierte Versorger, die hohes Ansehen in der Öffentlichkeit genießen, können dank der wegweisenden LYNQTECH Pricing-Lösung problemlos mit Budget-Offerten von Discount-Anbietern konkurrieren. Auch Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren, da ihnen von renommierten Unternehmen ganz individuell ebenso attraktive wie vertrauenswürdige Angebote unterbreitet werden – unabhängig davon, was rund um das Energiegeschäft gerade auf den Weltmärkten geschieht.“

Wettbewerbsfähige Angebote statt Mischkalkulationen 

Zu den Features der LYNQTECH Cloud-Plattform gehört eine intelligente Pricing-Funktion, mit deren Unterstützung Stadtwerke unter Berücksichtigung der erwünschten Marge attraktive Angebote für Produkte und Services regional unterschiedlich kalkulieren können – sogar auf Postleitzahlenbasis. Mischkalkulationen entfallen, und Endkund:innen können individuelle Angebote unterbreitet werden.

Um die bestmögliche Lösung für Aufgaben im Segment „Pricing und Produktkalkulation“ zu finden, hat LYNQTECH Anforderungen definiert und den Markt auf Basis dieser Vorgaben vollständig gesichtet.

Mit ihrem Pricing-Tool stellt LYNQTECH Plattform eine Funktion zur Verfügung, mit welcher jederzeit auf Veränderungen im Markt und neue Vertriebsausrichtungen reagiert werden kann.  Möglich wird dieses durch einen umfassenden Funktionalitätsbaukasten sowie die elastische Struktur des Systems.

Übersicht mit interaktiver Pricing-Karte

Der Prozess „Kalkulation und Pricing“ beinhaltet umfangreiche Gestaltungsoptionen, um den Ertrag im Neukundengeschäft mit einem intelligenten Preismanagement zu steigern. Innerhalb des Prozesses wird hierzu die komplette Tarifwelt abgebildet. Die Tarife können mit beliebigen Preisbestandteilen sowie mit Steuern und sämtlichen notwendigen Abgaben ausgestaltet werden. Die Ausprägungen können sowohl global wie auch tarifspezifisch erfolgen. Grundlage der Kalkulationen bilden neben den angelegten Preisbestandteilen die netzspezifischen Kosten, welche das System einer Verknüpfung mit der sorgfältig gepflegten Datenbank der ene’t GmbH entnimmt – Tarife lassen sich so hochgradig individuell definieren.

Um zu ermitteln, ob Preise wettbewerbsfähig sind, beinhaltet der Prozess „Kalkulation und Pricing“ Target- sowie Benchmark-Funktionen zur Preisanalyse und -optimierung, welche eigene Angebote automatisiert am Verhalten des Wettbewerbs ausrichten. Im Anschluss an eine Optimierung lassen sich die resultierenden Preise an beliebige Ziele exportieren, zum Beispiel an das Abrechnungssystem, aber auch an Vergleichsportale oder anforderungsspezifisch aufbereitet an externe Dienstleister:innen. Die zur Optimierung benötigten Grundversorgungsdaten sowie die Preise der Wettbewerber können verschiedenen Datenquellen entnommen und im Pricing-Tool hinterlegt werden.

Die Ergebnisse der Preisanalyse werden visuell ansprechend in Form einer Deutschlandkarte präsentiert, auf welcher grüne und rote Flächen für einen schnellen Überblick sorgen – die eigene Wettbewerbsfähigkeit in einzelnen deutschen Regionen ist sofort erkennbar. In Regionen, die auf der Karte rot eingefärbt sind, ist das eigene Angebot teurer als die vergleichbare Offerte des lokalen Grundversorgers, während eine grüne Färbung Wettbewerbsfähigkeit signalisiert. Die Darstellung ist ein hervorragender Indikator dafür, in welchen Regionen sich ein starkes Marketing für einen möglichst großen Markterfolg lohnt.

Vertrieb im Blick

Im Winter 2021/22 geraten die Preise für fossile Energieträger nicht zuletzt aufgrund einer geopolitisch extrem angespannten Lage zu sozialpolitischem Sprengstoff, und falls die Versorgung mit ausländischem Gas in naher Zukunft tatsächlich empfindliche Engpässe aufweisen oder sogar entfallen sollte, wären die Auswirkungen beträchtlich.

Mandy Schwerendt empfiehlt Energieversorgungsunternehmen, sich in dieser schwierigen Zeit nicht nur auf die Beschaffung zu fokussieren, sondern auch den Vertrieb im Blick zu behalten: „Maßnahmen rund um die Beschaffung werden im Moment oft als probates Mittel betrachtet, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Eher selten wird daran gedacht, dass der Vertrieb ebenfalls Möglichkeiten bietet, um die Kostenstruktur eines Hauses zu optimieren“, weiß die langjährig in der Energiewirtschaft erfahrene Expertin und verweist auf das Potenzial der LYNQTECH Cloud-Plattform.

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